STIFTUNG
Im Jahr 1990 beschlossen O.M. und Liselotte Ungers ihre in über 50 Jahren entstandene Bibliothek in eine Stiftung zu geben. Nach Beendigung der Arbeit des Architekturbüros entsteht nun die Möglichkeit das UAA in eine öffentliche Institution zu verwandeln. Mit der Bibliothek und dem Gebäude als Grundstock wird das UAA dem Geist von O.M und Liselotte Ungers entsprechend Aktivitäten planen und veranstalten. So wie O.M.Ungers Architektur als einen umfassenden Begriff verstanden hat, und dies durch seine Arbeit sowie das Sammeln von Kunstwerken, Modellen, Literatur und Design vertieft hat, wird das UAA diese Arbeit fortführen.
Grundkapital der Stiftung ist eine einzigartige Architekturbibliothek. Seit den 50er Jahren haben O.M. Ungers und L. Ungers aus der ganzen Welt Bücher über Architektur gekauft und archiviert. Über die Jahrzehnte entstand eine der wertvollsten privaten Architekturbibliotheken. Beginnend mit Inkunabeln von Vitruv, Palladio und Alberti bis hin zu seltensten Ausgaben des Bauhaus und der russischen Avantgarde, umspannt die Bibliothek einen Zeitraum von 600 Jahren Architektur. Neben den Architekturtraktaten bilden eine umfangreiche Sammlung über die Entstehung und Weiterentwicklung der Perspektive sowie Publikationen zur Farbenlehre weitere Schwerpunkte.
Das Ungers Archiv für Architekturwissenschaften ist in dem denkmalgeschützten „Haus Belvederestrasse" in Köln beheimatet, das O.M. Ungers 1957 erbaut hat. Durch dieses Haus erlangte O.M. Ungers internationale Beachtung. Das Gebäude wurde 1989 durch den Bibliothekskubus ergänzt. Der über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren entstandene Gebäudekomplex veranschaulicht das Schaffen von O.M. Ungers von seinen "Sturm und Drang" Anfängen in den 50er Jahren bis zu seiner radikalen Reduktion am Ende seiner Karriere.
Es ist geplant, im Haus Themen oder Monographische Ausstellungen in den Bereichen Architektur, Kunst und Design zu zeigen, die an Symposien oder Vorträge gekoppelt sein können. Ergänzend gibt es eine Werkstatt, die Theorie und Praxis vereint.
Das Ziel ist, Architektur nicht nur für Experten zugänglich zu machen, sondern für eine interessierte Öffentlichkeit Bezüge herzustellen, Interesse zu wecken und Wissen zu erweitern und zu vermitteln. Den Blick nicht nur für ein Fach zu schulen, sondern Architektur zu verbildlichen und als gelebten Gedanken zu vermitteln. Wie O.M. Ungers letzte Ausstellung in der Nationalgalerie Berlin, versteht sich das UAA als Kosmos der Architektur.
